07:55

Der Schweizer Franken hat über Nacht leicht zugelegt. Am Vortag hatte sich die hiesige Währung nach den Anzeichen einer Entspannung in der Grönland-Frage leicht abgeschwächt. Insgesamt halten sich die Kursausschläge aber in Grenzen.

Am frühen Morgen kostet der Dollar 0,7945 Franken nach 0,7957 am Vorabend. Am Mittwochmorgen war der Dollar noch deutlich tiefer zu 0,7908 gehandelt worden. Auch das Währungspaar Euro/Franken notiert aktuell mit 0,9288 etwas tiefer als am Vorabend (0,9303). Zwischen Euro und Dollar gab es derweil in dieser Zeit kaum Bewgeung, das Währungspaar notierte zuletzt bei 1,1691. Allerdings war der Euro am frühen Mittwoch klar höher zu 1,1720 Dollar gehandelt worden.

Die Entspannungszeichen in der Grönland-Frage hätten dem Dollar Auftrieb gegeben, heisst es am Markt. Der US-Präsident hatte am WEF in Davos verlauten lassen, dass er die Strafzölle gegen verschiedene europäische Länder wegen Grönland nicht wie ursprünglich angekündigt in Kraft setzen wolle. Zur Begründung verwies er auf ein Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, bei dem ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Konkrete Informationen über die Vereinbarung gibt es aber noch nicht und auch nicht über die Frage der Souveränität von Grönland. Marktentscheidend sei wohl, dass Trump die Zolldrohung gegenüber europäischen Staaten wie Deutschland zurückgezogen habe, kommentierte die Helaba.

Neben geopolitischen Themen könnte die Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks wieder in den Fokus der Marktteilnehmer geraten. Die heute in den USA anstehenden Arbeitsmarktindikationen und Konsumausgaben könnten das Fed wohl darin bestärken, bezüglich weiterer Zinssenkungen Vorsicht walten zu lassen und potenzielle Risiken abzuwägen. «Mit einem Schritt in der nächsten Woche ist kaum zu rechnen und er wird auch markseitig nahezu ausgeschlossen», so die Helaba.

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07:35

Der Dax wird am Donnerstag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge höher in ‌den ‌Handel starten. US-Präsident Donald Trump ist am Mittwoch überraschend von seiner Drohung abgerückt, im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht ​europäische Staaten zu verhängen. Nach einem ‌Treffen mit Nato-Generalsekretär ‌Mark Rutte in Davos stellte er eine Einigung in Aussicht. Die Wall Street schloss deutlich im Plus. Der Dax hatte am Mittwoch - noch vor Trumps Einlenken - 0,6 ⁠Prozent tiefer bei 24'561 Punkten geschlossen.

Im Blick behalten die Investoren auch die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine. ​Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn ‌von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, ‍wollen in Moskau den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Ziel ​sei es, über einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu sprechen.

Aufschluss über den weiteren geldpolitischen Kurs ‌der Europäischen Zentralbank (EZB) erhoffen sich die ⁠Anleger von der Veröffentlichung der Protokolle ‌der jüngsten Zinssitzung. Die Währungshüter hatten im Dezember erneut eine Zinspause eingelegt.

Auf ‍der Unternehmensseite stehen weitere Bilanzen wichtiger US-Konzerne auf der Agenda. Einen Blick in ihre ​Bücher gewähren unter anderem der Chiphersteller Intel, ‍der Pharmakonzern Abbott und der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble.

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06:45

Nebst dem World Economic Forum stehen am Donnerstag legen ein paar Unternehmen ihre vorläufigen Jahresergebnisse 2025 vor.

Zum einen sind das Schlatter, Galenica und Huber+Suhner sowie Aryzta.

In den USA legen gleich mehrere Börsengrössen ihre Zahlen offen. Neben Aerospace, Procter & Gamble kommunizieren auch Intel, Alcoa und Capital One Financial ihre Ergebnisse für das vierte Quartal.

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06:15

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, notiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 1,2 Prozent im Plus bei 13'292 Punkten.

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05:00

Äusserungen von US-Präsident Donald Trump haben am Donnerstag für eine Erleichterungsrally an den Börsen gesorgt. Trump schloss ‌eine gewaltsame ‌Übernahme Grönlands aus und liess von neuen Zoll-Androhungen ab. «Ich werde das nicht tun», sagte Trump. «Ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden.»

​Die Anleger griffen daraufhin bei Aktien zu. ‌Der S&P 500 verzeichnete an ‌der Wall Street den grössten Tagesgewinn seit zwei Monaten. Die europäischen Futures legten zu, und auch an den asiatischen Börsen ging es aufwärts. In Australien und Japan stiegen die Leitindizes um rund ein Prozent, ⁠in Südkorea übersprang der Kospi erstmals die Marke von 5000 Punkten.

«Der TACO, wie sie es nennen, ist sicherlich real», sagte Damian Rooney, Händler ​beim Broker Argonaut in Perth, in Anspielung auf ‌ein Akronym der Wall Street für «Trump Always ‍Chickens Out» (Trump kneift immer).

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04:15

Am Devisenmarkt legte der Dollar zu. Der Euro fiel ​im Gegenzug auf 1,1676 Dollar. Der Yen notierte stabil bei 158,24 je Dollar. Der australische Dollar profitierte von besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten. ‌Er erreichte mit 0,6786 Dollar zum US-Dollar ⁠ein 15-Monatshoch und mit 107,04 Yen zum ‌japanischen Yen ein 18-Monatshoch.

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03:00

Der Goldpreis gab nach. Die Feinunze verbilligte sich auf 4790 Dollar, ‍nachdem sie zuvor ein Rekordhoch von 4887 Dollar erreicht hatte.

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23:00

Donald Trump hat am Mittwoch den Aktien-Anlegern mit Aussagen zur Grönland-Frage im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos keine Pause gegönnt, die Gemüter aber beruhigt. Ausschlaggebend für die letztlich deutlichen Kursgewinne an den New Yorker Börsen war die Nachricht, dass es keine Strafzölle gegen acht europäische Länder einschliesslich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die der US-Präsident am vergangenen Wochenende wegen des Streits um Grönland angedroht hatte.

Zur Begründung verwies Trump auf der Plattform Truth Social darauf, dass basierend auf einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was genau darin stehen soll, blieb zunächst unklar. Es soll aber weitere Gespräche geben, wie Rutte mitteilte.

Zuvor hatte der US-Präsident in seiner Rede in Davos bereits Gewalt in der Grönland-Frage ausgeschlossen, an seinem Plan aber erst einmal festgehalten, die zu Dänemark zählende Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit und zum Schutz der Welt übernehmen zu wollen.

Nach ihren deutlichen Vortagesverlusten gingen die US-Börsen unter dem Eindruck der Trump-Aussagen auf Erholungskurs. So gewann der Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss 1,21 Prozent auf 49'077 Punkte. Der von Tech-Werten geprägte Nasdaq 100 verbuchte ein Plus von 1,36 Prozent auf 25'327 Zähler. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,16 Prozent auf 6876 Zähler hinauf.

Marktteilnehmer in New York dürften nach einem nervenaufreibenden Tag somit beruhigt in den Feierabend gegen - und es womöglich so sehen wie der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen: «Der Tag endet besser, als er begonnen hat», sagte der Minister dem dänischen Rundfunk. «Zwei Dinge nehme ich aus Davos mit: Dass Trump sagt, dass er Grönland nicht angreift (...) und dass der Zoll-Krieg auf Standby ist. Das ist positiv.»

Neben Trump in Davos setzten am Aktienmarkt einige Unternehmen mit Quartalszahlen am Mittwoch Akzente. Der Streamingdienst Netflix enttäuschte die Anleger, die Papiere verloren 2,2 Prozent.

Im Dow gewannen die Aktien des Versicherers Travelers nach Jahreszahlen 1,1 Prozent. Knapp im Minus schlossen die Anteile von Johnson & Johnson. Der Pharma- und Konsumgüterhersteller überzeugte mit Geschäftszahlen und Ausblick. Händler verwiesen allerdings auf eine ungünstige Entwicklung in einem Rechtsstreit als Belastungsfaktor. Die Aktien waren zudem in den vergangenen Monaten stark gelaufen.

Halbleiter-Aktien waren besonders gefragt. Nvidia -Chef Jensen Huang sagte, in der Branche seien weitere Ausgaben in Billionen-Höhe für Computing-Infrastruktur notwendig. Nvidia gewannen 2,9 Prozent. Intel setzten auf dem höchsten Stand seit vier Jahren ihre Rally mit einem Plus von 11,7 Prozent fort. Am Donnerstag legt das Unternehmen nach US-Börsenschluss Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor.

Für die Anteile von Halliburton ging es um gut 4 Prozent nach oben, nachdem der Ölindustrie-Dienstleister für das vierte Quartal mit seinem Gewinn die Analystenschätzungen übertroffen hatte. US-Öl-Dienstleister gelten als Profiteure des Wiederaufbaus der venezolanischen Öl-Industrie. Neben Halliburton verzeichneten am Mittwoch auch SLB und Baker Hughes Kurszuwächse.

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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