17:10
Ein Anstieg der Erdgaspreise am Terminmarkt treibt die Aktien von US-Energiekonzernen an. Der US-Erdgaskontrakt verteuert sich um 2,5 Prozent auf 3,59 Dollar je Million BTU (British Thermal Units). Händler verweisen auf steigende Lieferungen an Flüssiggas-Exportanlagen, Prognosen für eine höhere Nachfrage in der kommenden Woche und einen Rückgang der Lagerbestände.
Die Papiere von Venture Global legen um 3,1 Prozent zu, EQT und CNX Resources gewinnen 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent. Auch börsengehandelte Erdgas-Fonds (ETF) verteuern sich. Der United States Natural Gas Fund steigt um 2,7 Prozent, der ProShares Ultra Bloomberg Natural Gas um 5,6 Prozent.
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16:50
Konjunkturdaten aus den USA hatten am Nachmittag allerdings per Saldo keinen grossen Einfluss auf den US-Dollar. Derweil scheint sich der Franken nach seinem jüngsten Anstieg zu stabilisieren. Der Kurssturz des Euro unter die Marke von 92 Rappen hatte die Diskussionen über die SNB-Optionen zur Schwächung des Franken vorübergehend wieder angeheizt. Die SNB habe indes nur schwierige Optionen, hiess es dazu in Marktkreisen.
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16:30
Der Dow Jones konnte mit seinen Gewinnen ein erneutes Rekordhoch verbuchen. Gegen Ende der ersten Handelsstunde bewegte sich der US-Leitindex mit 1,6 Prozent im Plus bei 49.703 Punkten. Er begab sich damit auf Tuchfühlung zur 50.000-Punkte-Marke.
Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um ein Prozent auf 6.869 Zähler. Der Nasdaq 100 , der den Tech-Sektor am stärksten abbildet, stand zuletzt 0,9 Prozent höher bei 24.758 Punkten. Der Anstieg blieb aber anfällig für Schwankungen, zumal der Index von deutlichen Kursverlusten beim Schwergewicht Amazon gebremst wurde. Bei manch anderen Tech-Werten wagten erste Schnäppchenjäger, nach dem jüngsten Ausverkauf zuzugreifen.
Anders als noch über weite Strecken der vergangenen Jahre versuchen die Anleger neuerdings stärker potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden. Zudem hinterfragen sie immer häufiger milliardenschwere Investitionen in den neuen Megatrend. Nach Alphabet und Meta , die am Freitag beide deutlich nachgaben, ist Amazon der nächste Grosskonzern, bei dem diese erst einmal überhaupt nicht gut ankommen. Die Titel des Handelsriesen sackten um mehr als acht Prozent ab.
Amazon übertrifft bei den geplanten Investitionen seine ausgabefreudigen Tech-Rivalen und will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Dies half umgekehrt bei der Erholung einiger Aktien, die als Infrastruktur-Ausrüster von solch üppigen Investitionen profitieren könnten. So legten Broadcom und Nvidia um mehr als fünf Prozent zu.
Für die Papiere des US-Telemedizin-Anbieters Hims & Hers Health ging es um acht Prozent nach unten, nachdem FDA-Kommissar Marty Makary erklärt hatte, die US-Arzneimittelbehörde werde rasch gegen Unternehmen vorgehen, die illegale Nachahmerprodukte im Bereich der Abnehmmedikamente massenhaft vermarkten und behaupteten, diese seien mit von der FDA zugelassenen Produkten vergleichbar. Als Hersteller solcher Originale erholten sich die Aktien von Eli Lilly um 1,6 Prozent.
Doximity brachen um 26 Prozent ein. Das auf Anwendungssoftware im Gesundheitswesen spezialisierte Unternehmen gab einen Ausblick ab, der als enttäuschend angesehen wurde. Die Evercore-ISI-Analystin Elizabeth Anderson schränkte allerdings ein, es handele sich um eine Wachstumsverzögerung, keine strukturelle Beeinträchtigung. JPMorgan stufte die Aktie auf ein neutrales Votum hoch.
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15:55
Eine Gewinnprognose weit unter den Erwartungen schickt die Aktien des US-Krankenversicherers Molina Healthcare auf Talfahrt. Das Papier bricht im frühen US-Handel um 25 Prozent ein. Im Sog dessen geben auch die Papiere der Konkurrenten UnitedHealth, Centene und Humana zwischen einem und sieben Prozent nach.
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15:30
Anleger griffen nach dem Ausverkauf wieder bei Software- und Dienstleistungspapieren zu. Aktien von CrowdStrike gewannen 3,7 Prozent, Nvidia legten 3,9 Prozent zu, Broadcom stiegen um vier Prozent. Dennoch steuert der Branchenindex S&P 500 Software and Services in dieser Woche auf einen Absturz von fast zehn Prozent zu.
Sorgen um explodierende Kosten für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) trieben die Anleger auch zum Wochenschluss um. Wie die Rivalen Google und Microsoft legt auch Amazon bei den Investitionen in KI-Infrastruktur kräftig nach. «Wir befinden uns in einer Phase der klügeren Entscheidungen. Es geht nicht darum, wer von der Künstlichen Intelligenz beeinflusst wird, sondern auch darum, diejenigen zu bestrafen, die viel Geld für KI ausgeben», sagte Kristina Hooper, Chefmarktstrategin bei Man Group.
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15:00
Der SMI notiert wenige Stunden vor Schluss 0,16 Prozent tiefer. 13 Titel sind im Plus, sieben im Minus.
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14:35
Der Broker IG taxierte den US-Leitindex Dow Jones knapp eineinhalb Stunden vor dem Auftakt auf 49'115 Punkte und damit 0,4 Prozent über seinem Vortagesschluss. Für den Nasdaq 100 zeichnete sich eine 0,5 Prozent höhere Eröffnung bei 24'680 Punkten ab.
In den vergangenen Tagen hatten vor allem Technologieaktien einen schweren Stand, was die Indizes belastete. Unternehmen aus klassischen Branchen zogen Investoren hingegen an. So waren etwa Papiere wie Coca-Cola , McDonalds oder Travelers gefragt.
Auf Technologieaktien blicken Investoren vorsichtiger. Anders als noch über weite Strecken der vergangenen Jahre versuchen sie nun stärker potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden. So hatten Sorgen über mögliche KI-Konkurrenz Software-Papiere stark belastet.
Zudem sorgen sich Anleger vermehrt wegen der immer weiter anschwellenden Investitionen grosser Konzerne in KI-Fähigkeiten. Die tags zuvor kräftig durchgeschüttelten Papiere der Google -Mutter Alphabet fielen am Freitag im vorbörslichen US-Handel um gut ein Prozent, während sich die Anteilsscheine des Facebook-Konzerns Meta kaum bewegten. Beide Unternehmen wollen sehr viel Geld in KI investieren.
Amazon übertrifft bei den geplanten Investitionen sogar seine ausgabefreudigen Tech-Rivalen und will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar (etwa 170 Mrd Euro) in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken, wie der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitgeteilt hatte. Laut Amazon-Chef Andy Jassy soll der Grossteil des Geldes in den Ausbau von KI-Infrastruktur gehen. Er rechnet auf lange Sicht mit einer profitablen Geldanlage. Den Investoren geht das offensichtlich nicht zügig genug. Allerdings hatte der Tech-Riese bereits in der Vergangenheit oftmals kurzfristige Gewinne geopfert, um Geld in den Geschäftsausbau zustecken, was ihm dann langfristig zugutekam. Der Amazon-Aktienkurs fiel im vorbörslichen Handel um gut acht Prozent auf 204 Dollar.
Für die Papiere des US-Telemedizin-Anbieters Hims & Hers Health (HIMS) ging es vorbörslich um acht Prozent nach unten. Dies nachdem FDA-Kommissar Marty Makary erklärt hatte, die US-Arzneimittelbehörde werde rasch gegen Unternehmen vorgehen, die illegale Nachahmerprodukte massenhaft vermarkten und behaupteten, diese seien mit von der FDA zugelassenen Produkten vergleichbar.
So hatte die Nachrichtenagentur Reuters am Vortag berichtet, Hims and Hers wolle eine deutlich günstiger Nachahmer-Version der Abnehmpille Wegovy von Novo Nordisk auf den Markt bringen. Das hatte neben den Papieren des dänischen Pharmakonzerns auch die Aktien des US-Pharmariesen Eli Lilly , der ebenfalls Abnehmmedikamente anbietet, belastet. Für den Kurs von Eli Lilly standen die Zeichen vorbörslich auf Erholung.
Die Social-Media-Plattform Reddit überzeugte zum Wochenschluss mit Geschäftszahlen für das Schlussquartal. Auch der Ausblick kam am Markt gut an. Die Anteilsscheine legten vorbörslich um 8,4 Prozent zu.
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14:20
Der Kupferpreis steuert auf seinen grössten Wochenverlust seit zehn Monaten zu. Steigende Lagerbestände und ein erstarkter US-Dollar beschleunigten den Preisverfall. Das rote Metall verbilligte sich auf Wochensicht um mehr als zwei Prozent und liegt bei aktuell 12'906 Dollar je Feinunze bereits mehr als elf Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende Januar.
Die Kupferbestände an der LME
Kupfer sei zusammen mit Gold und Silber Teil einer breiten Marktkorrektur geworden, bei der die Auflösung von Long-Positionen die Preise näher an den fairen Wert gebracht hätten, sagen die Analysten von Sucden Financial. «Das dürfte die Preise weiterhin schwanken lassen, insbesondere da die Liquidität im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes abnimmt.»
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14:10
Seit dem Rekordhoch im vergangenen Oktober bei etwa 126'000 Dollar hat sich der Wert des Bitcoin etwa halbiert. Am Donnerstag war der Kurs um über 13 Prozent eingebrochen, was nach Daten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg dem grössten Tagesverlust seit November 2022 entspricht. Ähnlich extreme Kursbewegungen hat es in der Geschichte des Bitcoin mehrfach gegeben. Sie machen die hohen Risiken deutlich, die mit dem Kauf von Kryptowährungen verbunden sind.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,33 Billionen Dollar dominiert der Bitcoin weiterhin den Markt für Kryptowährungen. Die Gesamtkapitalisierung aller Kryptowährungen beziffert der Anbieter CoinMarketCap auf kurz vor dem Wochenende auf nur noch etwa 2,24 Billionen Dollar. Anfang des Jahres waren es noch rund 3 Billionen Dollar. Ein Starinvestor warnt nun vor einer «Todesspirale» bei der bekanntesten Kryptowährung.
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13:05
Die Futures auf die US-Aktienmärkte notieren im Plus:
- Dow Jones: +0,49 Prozent
- S&P 500: +0,58 Prozent
- Nasdaq 100: +0,74 Prozent
Währenddessen tendiert der Schweizer Aktienmarkt gemessen am SMI 0,2 Prozent im Minus.
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12:45
Europas Börsen haben am Freitag leicht zugelegt. Vor dem Wochenende kamen die Märkte etwas zur Ruhe, zumal es nur wenige Quartalszahlen gab. Zu der Stabilisierung trug bei, dass sich die Lage am Markt für Edelmetalle und Kryptowährungen etwas beruhigt hatte.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Mittag 0,46 Prozent auf 5953 Zähler. Ausserhalb der Eurozone stagnierte der britische Leitindex FTSE 100, während der SMI zwischenzeitlich um 0,42 Prozent auf 13'409 Punkte nachgab.
Schwächster Sektor waren die Autowerte. Nach Volvo Cars am Vortag erlitt mit Stellantis eine zweite Aktie des Sektors einen Einbruch. Zuletzt lag der Wert mit 23 Prozent im Minus und lotete damit neue Tiefs aus.
Der Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern schrieb wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und strich die Dividende. Die Wende hatte Abschreibungen von fast 22 Milliarden Euro zur Folge. Die Analysten von Jefferies sprachen von rekordhohen Belastungen im zweiten Halbjahr 2025. Dies färbte auch auf andere Titel der Branche wie Renault und Volkswagen ab, die ebenfalls merklich nachgaben.
Ganz anders der Bausektor. Hier beflügelten die deutlichen Gewinne von Vinci . Der französische Infrastrukturkonzern hatte mit den Zahlen für das vergangene Jahr die Markterwartungen übertroffen. Analysten lobten insbesondere den freien Barmittelzufluss, der mit sieben Milliarden Euro überraschend hoch ausfiel. Im laufenden Jahr soll er bei sechs Milliarden liegen, was ebenfalls mehr ist, als erwartet worden war. Die Aktie gewann 7,7 Prozent.
Nicht ganz so gut fiel die Reaktion auf einen anderen französischen Wert aus. Die Grossbank Societe Generale hatte zwar ein starkes Geschäftsjahr 2025 mit einem überraschend guten Schlussquartal hingelegt. Die Dividende soll von 1,09 auf 1,61 Euro je Aktie steigen. Zudem kündigte die Societe Generale Aktienrückkäufe von knapp 1,5 Milliarden Euro an. Trotzdem lag die Aktie 4,5 Prozent im Minus. Damit machten sich beim Kurs zunehmend Bremsspuren bemerkbar, nachdem sich der Wert seit Anfang 2025 in der Spitze nahezu verdreifacht hatte.
Auch Aktien der UBS schwächelten. Hier belasteten Abstufungen mehrerer Analysten. Er sehe weniger Potenzial für eine überdurchschnittliche Entwicklung der Aktie, schrieb etwa Chris Hallam von Goldman Sachs. Seit der Kaufempfehlung im März 2022 hätten sich die Aktien deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt.
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12:05
Der SMI, der am Mittwoch noch auf 13'588 Punkten ein Rekordhoch markiert hatte, notiert gegen 12 Uhr um 0,40 Prozent tiefer auf 13'411 Punkten. Damit weist der Leitindex noch immer eine positive Wochenbilanz von rund 1,7 Prozent auf. 17 von 20 SMI-Titel notieren tiefer. Der 30 Titel umfassende SLI fällt um 0,56 Prozent auf 2136 und der breite SPI um 0,38 Prozent auf 18'513 Zähler.
Die Anleger seien verunsichert angesichts der Sorgen rund um die künstliche Intelligenz, heisst es am Markt. Dabei hinterfragten Investoren zunehmend, ob sich die immensen Investitionen der grossen Technologiefirmen auch in nützlicher Frist monetarisieren lassen. Dazu komme die Ungewissheit, welche Folgen KI für die IT-Branche haben könnte und welche Konkurrenz sie womöglich darstelle. «Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht», kommentiert ein Marktteilnehmer.
Dazu kommt, dass die eigentlich für heute angesetzte Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten wegen des teilweisen Shutdowns in den USA auf kommende Woche verschoben wurde. «Das sorgt vor dem Wochenende noch zusätzlich für Verunsicherung», sagt ein Händler. Die Daten wären wichtig, um sich ein Bild von der möglichen Geldpolitik machen zu können. «Zinsängste, die Auflösung hoch gehebelter Positionen und Gewinnmitnahmen lasten auf den Märkten», fasst ein anderer Händler die Stimmung zusammen.
Unter Druck stehen Life Sciences Werte wie Galderma, Sonova, Alcon und Lonza mit Einbussen zwischen 2,45 und 0,9 Prozent. Auch die beiden Pharmariesen Novartis (-0,4 Prozent) und Roche (GS -0,56 Prozent) können sich dem Negativtrend nicht entziehen. Ein Händler verweist in diesem Zusammenhang auf die schwachen US-Branchenvorgaben, der Konkurrenz durch Generika sowie durch neue Vertriebskanäle.
Die Aktien der Partners Group (-0,25 Prozent) geben ebenfalls klar nach. Hier monierten Händler, dass der Vermögensverwalter an Softwareunternehmen beteiligt sei, deren Wert wegen KI etwas angezweifelt werde.
Während sich die Aktien des Technologiekonzerns VAT (+0,27 Prozent) nach einem schwachen Start inzwischen erholt haben, notieren am breiten Markt die Mitbewerber Cicor und Comet um rund 2,7 Prozent im Minus. Derweil lasten die Sorgen rund um die KI-Gefahren sichtbar auf den Aktien der beiden Softwarespezialisten Temenos (-1,6 Prozent) und SoftwareOne (-2,7 Prozent).
Unter Druck stehen auch Finanzwerte wie die UBS (-1,6 Prozent), während sich die Versicherer Swiss Life (-0,1 Prozent) Swiss Re (-0,2 Prozent) oder Zurich (-0,3 Prozent), nach der Schwäche zum Jahresanfang nun etwas besser schlagen.
Dagegen erfreuen sich die zyklischen Bauwerte Amrize (+2,4 Prozent) und Holcim (+1,9 Prozent) einer regen Nachfrage. Mit den Aktien der Generikaspezialistin Sandoz (+0,6 Prozent), dem Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli (PS +0,34 Prozent) und dem Medtechunternehmen Straumann (+3,0 Prozent) reihen sich auch einzelne defensive Werte bei den Gewinnern ein.
Die Aktien der EMS Chemie (-2,1 Prozent) geben dagegen nach Zahlen nach. Der Chemiekonzern hat 2025 bei einem etwas tieferen Umsatz den Gewinn abermals gesteigert. Hier dürften aber auch die enttäuschenden Stellantis-Zahlen die Stimmung trüben, meint ein Händler und verweist auf Autoneum (-3,4 Prozent). Denn mit letzterem steht ein weiterer Autozulieferer unter Druck.
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11:45
Enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland bremsten die Kursgewinne beim Euro. In der grössten Volkswirtschaft des Währungsraums war die Industrieproduktion im Dezember überraschend stark gesunken, nachdem sie zuvor drei Monate in Folge gestiegen war. Ökonomen verwiesen aber auf den zuletzt starken Auftragseingang in den Industriebetrieben und erwarten eine Fortsetzung der Erholung nach der langen Krise. Ausserdem waren Daten zum deutschen Aussenhandel im Dezember unerwartet stark ausgefallen.
In dem jüngsten Kursanstieg des Euro, der in der vergangenen Woche bis auf 1,20 Dollar ging, sehen Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) keinen Grund zur Sorge. Der grösste Teil der Kursgewinne sei im ersten Quartal 2025 erfolgt, sagte EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras Bloomberg-TV. Die jüngste Kursentwicklung sei daher «nichts Dramatisches, das uns veranlassen sollte, unseren Kurs zu ändern», sagte der Notenbankpräsident von Griechenland.
EZB-Präsidentin Christin Lagarde hatte sich am Vortag nach der Zinsentscheidung ähnlich geäussert. Zwar könne ein stärkerer Euro die Inflation stärker nach unten drücken als bisher erwartet, sagte sie. Die bisherige Entwicklung sei im Basisszenario der Notenbank enthalten. Der Euro bewege sich immer noch im Rahmen des langfristigen Durchschnitts.
Die SNB habe nur schwierige Optionen, heisst es in einem Kommentar der Commerzbank. Sie könnte zwar zwischen den Sitzungen mit Devisenmarktoperationen zur Schwächung des Franken reagieren. Dafür müsste der Franken aber deutlich stärker aufwerten, so die Commerzbank.
Eine eher mittelfristige Option wäre eine weitere Zinssenkung in den negativen Bereich. Doch hätte dies viele Nachteile. Die dritte Option erscheint zwar als die langweiligste, dürfte angesichts der Nachteile der ersten beiden Optionen aber momentan die wahrscheinlichste sein. Die SNB könnte den niedrigeren Euro vorerst tolerieren. «Jetzt rächt sich, dass die SNB in den vergangenen Jahren ihr Zinssenkungspulver bereits nahezu vollständig verschossen hat», so die Commerzbank
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10:55
Die Ölpreise sind am Freitag vor wichtigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 68,74 US-Dollar. Das waren 1,19 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um ebenfalls 1,19 Dollar auf 64,48 Dollar.
Am Ölmarkt bleibt die Lage im wichtigen Förderland Iran das bestimmende Thema. Im weiteren Tagesverlauf sind Verhandlungen zwischen der Führung in Teheran und den USA zur Entschärfung der Krise geplant. Allerdings gab es zuletzt Unklarheit über den Auftakt der Gespräche. Iranische Medien veröffentlichten widersprüchliche Informationen über den Beginn.
Sollten die Verhandlungen scheitern, wird am Markt mit einem deutlichen Anstieg der Ölpreise gerechnet. Zuletzt hat die Lage im Iran mehrfach die Ölpreise bewegt. Sollte es zu einem US-Angriff auf den Iran kommen, wird eine Ausweitung der geopolitischen Risiken auf die gesamte Region am Persischen Golf befürchtet. Dann könnten auch wichtige Schifffahrtsrouten für den Ölhandel bedroht sein.
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10:20
Die Aktien von Vontobel sind am Donnerstag im Morgenhandel gefragt. Die Zürcher Bank hat die Jahreszahlen 2025 vorgelegt und dabei mit den Ergebnissen und einer deutlich stärkeren Kapitalbasis überrascht.
Gegen 9.50 Uhr notiert die Aktie 4,3 Prozent höher bei 68,00 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,9 Prozent im Minus steht. Damit scheint sich die zuletzt ins Stocken geratene Aufwärtsbewegung der Aktie wieder fortzusetzen: Von unter 60 Franken im November 2025 hatte das Papier bis Mitte Januar 2026 auf rund 68 Franken zugelegt, danach aber wieder etwas nachgegeben.
Die Analysten würdigen die Jahreszahlen insgesamt verhalten positiv. Hervorgehoben werden insbesondere die Erträge und Ergebnisse über den Erwartungen sowie die deutlich stärkere Kapitalisierung.
Die ZKB hebt denn auch die CET1-Quote von 19,7 Prozent hervor; diese sei «deutlich besser» als geschätzt ausgefallen. Gleichzeitig verweist der zuständige Analyst aber auf anhaltende Abflüsse bei den Institutional Clients.
Die UBS spricht derweil von deutlich übertroffenen Erwartungen bei den Ergebnissen, getragen von einem starken Handelsresultat, und streicht ebenfalls die markant höhere Kapitalquote heraus. Positiv hebt die UBS zudem die Entwicklung im Private-Clients-Geschäft hervor. Auch sei die Bank bei den strategischen Zielen und dem Effizienzprogramm auf Kurs.
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09:55
LEM zeigt nach Monaten rückläufiger Geschäfte erste Stabilisierungstendenzen. Obwohl der Umsatz nach neun Monaten nominal um 5,4 Prozent auf 218,4 Millionen Franken sank, lag er zu konstanten Wechselkursen sogar leicht im Plus. Entscheidender ist jedoch der deutliche Aufschwung beim Auftragseingang, der um 14,3 Prozent auf 215,5 Millionen zulegte.
Weiter zeichnet sich nach dem Einbruch im Vorjahr beim Betriebsergebnis eine Bodenbildung ab. Die EBIT-Marge stabilisierte sich bei 8,5 Prozent, während das Kostensenkungsprogramm «Fit for Growth» die operative Effizienz steigert. Ein weiteres wichtigstes Signal für den Markt: Das Management erhöht das untere Ende der Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 265 auf 275 Millionen Franken.
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09:45
Die Dax-Anleger bleiben nach den jüngsten Kursverlusten in Habachtstellung. Der deutsche Leitindex verlor am Freitag 0,2 Prozent auf 24'448 Zähler - seit Dienstag hat er gut 1,3 Prozent an Wert eingebüsst. Vorstellbar ist Börsianern zufolge eine technische Gegenbewegung im Tagesverlauf. «Wenn die Kurse weit genug fallen, gibt es kaufbereite Anlegerinnen und Anleger», sagte Thomas Altmann von QC Partners. Analysten rechnen jedoch nicht mit grossen Sprüngen nach oben. Für Nervosität sorgen vor allem die Atomgespräche zwischen Iran und USA in Oman. Trotz der Einigung auf den Tagungsort Maskat liegen die Vorstellungen über die Themen weit auseinander.
Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen. Überlagert wird das Treffen von der Drohung eines Militärschlags gegen den Iran. In die Region haben die USA bereits etliche Kriegsschiffe entsandt. Am Ölmarkt zogen die Preise um mehr als ein Prozent an. Investoren fürchten Versorgungsengpässe, da eine Eskalation des Konflikts die Öllieferungen beeinträchtigen könnte. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird durch die Strasse von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran transportiert. Am Aktienmarkt ging der Rüstungswert Rheinmetall auf Erholungskurs und legte 1,8 Prozent zu.
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09:30
Die Börsen in Asien haben zum Wochenschluss nur schwer eine klare Richtung gefunden. Grund dafür waren Kursschwankungen bei den Technologiewerten.
Der japanische Leitindex Nikkei verlor am Freitag bis zu 1,6 Prozent, bevor er ins Plus drehte und um 0,8 Prozent auf 54'254 Punkte stieg. Der breiter gefasste Topix baute seine Verluste von bis zu 1,1 Prozent ebenfalls wieder ab und legte um 1,3 Prozent auf 3699 Zähler zu. Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gaben jeweils rund ein halbes Prozent nach.
Im früheren Handelsverlauf hatten sie jeweils mehr als ein Prozent eingebüsst. «Im Einklang mit der Entwicklung an den US-Märkten am Donnerstagabend haben einige hoch bewertete Halbleiter- und KI-Titel nachgegeben, allerdings nicht so stark wie am Donnerstag», sagte Maki Sawada, Strategin beim Finanzdienstleister Nomura. Aktien aus dem Technologiesektor befinden sich seit einigen Tagen in einem Abwärtstrend, da Anleger die Geschäftsmodelle klassischer Softwareunternehmen durch den Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) bedroht sehen. «Sollten Anleger die Kursrückgänge bei diesen hoch bewerteten Aktien zum Einstieg nutzen, könnte sich das Minus im Nikkei von hier aus verringern.»
Im Fokus der Anleger in Tokio stand zudem die Politik. Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat für den 8. Februar eine Neuwahl angesetzt. Sie wolle sich von den Wählern ein Mandat für höhere Ausgaben, Steuersenkungen und eine neue Sicherheitsstrategie geben lassen, die den Ausbau der Verteidigung beschleunigen soll. Umfragen deuten auf einen Erdrutschsieg der Liberaldemokratischen Partei (LDP) Takaichis hin.
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09:15
Der Schweizer Aktienmarkt startet am Freitag etwas schwächer. Negative Vorgaben aus den USA stimmen die Anleger laut Händlern vorsichtig. Grund dafür ist die Verunsicherung im Zusammenhang mit KI und dem Kurssturz des Bitcoin. Dieser war am Vorabend innert kurzer Zeit deutlich gefallen und hatte sich im US-Handel der Marke von 60'000 US-Dollar genähert. Vor einer Woche hatte er noch deutlich über 80'000 Dollar gekostet. Ein Starinvestor warnt nun vor einer «Todesspirale» beim Bitcoin. Dies könnte die Anleger dazu veranlassen, sich wieder auf Anlagen besinnen, die als weniger risikoreich gelten, was wiederum den defensiv zusammengesetzten SMI unterstützen könnte, hofft ein Händler.
Eine toxische Mischung aus Zinsängsten, der Auflösung hoch gehebelter Positionen und Gewinnmitnahmen treibe derzeit Investoren in die Flucht, kommentiert ein Experte die Entwicklung. Dies belaste den Technologiesektor insgesamt, denn die Anleger hinterfragten zunehmend, ob sich die immensen Investitionen auch in nützlicher Frist monetarisieren lassen. «Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht», kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Dazu belastet viele Unternehmen auch das Thema KI-Konkurrenz.
Der Swiss Market Index notiert gegen 9.05 Uhr um 0,56 Prozent tiefer bei 13'390 Punkten. Damit steuert der SMI trotzdem auf eine positive Wochenbilanz von gut eineinhalb Prozent zu. Noch am Mittwoch hatte der Leitindex zudem mit 13'588 Zählern ein Rekordhoch erreicht.
11 SMI-Werte werden tiefer gestellt. Die Abschläge erstrecken sich von -2,22 Prozent (für Alcon) bis -0,05 Prozent (für Kühne+Nagel). Auf der Plusseite des Tableaus stehen die Aktien von Amrize an der Spitze mit +2,9 Prozent.
Bei den Nicht-SMI-Werten fallen die Vontobel-Aktien nach der Veröffentlichung der Zahlen trotz eines vorbörslichen Plus ins Minus mit 1,9 Prozent. Der Vermögensverwalter hat 2025 den Gewinn erhöht. Dabei hat das Zürcher Institut dank eines starken Geschäfts mit Privatkunden deutliche Neugeldzuflüsse verbucht. Allerdings flossen im Geschäft mit institutionellen Kunden unter dem Strich noch Gelder ab.
Die Aktien der EMS Chemie (-2,24 Prozent) fallen ebenfalls nach Zahlen. Der Chemiekonzern hat 2025 bei einem etwas tieferen Umsatz den Gewinn abermals gesteigert. Geholfen hat eine Verkaufsoffensive mit profitablen Neugeschäften. Zudem wird die Dividende erhöht.
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08:08
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07:55
Seit Montag hat Bitcoin fast 15 Prozent an Wert verloren, Ether brach um gut 19 Prozent ein. «Für Bitcoin und Co. ist und bleibt es eine Handelswoche des Grauens», sagt Timo Emden von Emden Research. «Die Zinsangst schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger, während Sorgen über Liquiditätsknappheit, institutionelle Kapitalabflüsse und eine ausgeprägte Risikoaversion den Markt belasten.» Insbesondere über das Wochenende sollten sich Investoren auf weitere Unwägbarkeiten einstellen, warnt der Experte.
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07:48
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Barry Callebaut: UBS erhöht auf 1355 (1180) Fr. mit NEUTRAL.
- Roche: Octavian erhöht auf 399 (352) Fr. mit BUY.
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07:30
Trotz der Einigung auf den Tagungsort Maskat liegen die Vorstellungen über die Themen weit auseinander: Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen. Angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen seien die Anleger nervös, sagt Daniel Hynes, Analyst bei ANZ.
Damit dürfte auch die geopolitische Risikoprämie beim Öl erst einmal bestehen bleibe. Investoren fürchten Versorgungsengpässe, da eine Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Öllieferungen beeinträchtigen könnte.
Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird durch die Strasse von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran transportiert.
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07:26
Der Dax wird am Freitag der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge höher in den Handel starten.
Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex ein halbes Prozent tiefer bei 24'491 Punkten geschlossen. Für fallende Kurse an den europäischen Börsen sorgte das Ausbleiben von Hinweisen auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach unten ging es auch an der Wall Street. Auf die Stimmung drückten enttäuschende Konzernbilanzen und Kursverluste in der Kryptobranche.
Am Freitag wollen die USA und der Iran im Oman zu Gesprächen zusammenkommen, um eine weitere Eskalation im Nahen Osten zu verhindern. Die Vorstellungen über die Themen liegen noch weit auseinander: Während die Regierung in Teheran lediglich über ihr Atomprogramm verhandeln will, pocht Washington auch auf Gespräche über das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen.
Zudem zeigen wichtige Konjunkturdaten, wie sich die deutsche Wirtschaft zuletzt geschlagen hat. Experten erwarten mit Blick auf die anstehenden Zahlen zur Produktion sowie zum deutschen Export im Dezember ein gemischtes Bild: So dürfte die Fertigung um 0,3 Prozent heruntergefahren worden sein.
Zugleich erwarten Ökonomen, dass die Ausfuhren zum Jahresende um 1,0 Prozent zugelegt haben. Zuletzt hatte die Industrie mit dem grössten Anstieg der Aufträge seit zwei Jahren die Hoffnung auf eine Trendwende nach langem Abschwung in dem Sektor genährt.
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06:20
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, tendiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,4 Prozent im Minus bei 13'418 Punkten..
Zum Wochenschluss legen Ems Chemie, der Komponentenhersteller Lem sowie die Finanzinstitute Bank Vontobel, die Zürcher Kantonalbank und die Hypi Lenzburg ihre Ergebnisse für das Jahr 2025 vor.
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05:45
Der Ausverkauf an der Wall Street hat am Freitag auch die asiatischen Börsen erfasst. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um ein Prozent. In Südkorea brach der Kospi um fünf Prozent ein, was kurz nach Handelsbeginn zu einer vorübergehenden Aussetzung des Handels führte. Der japanische Leitindex Nikkei legte dagegen 0,1 Prozent auf 53'878 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notierte 0,5 Prozent höher bei 3672 Zählern. Die Börse in Shanghai gewann 0,1 Prozent auf 4080 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen bei 4668 Punkten stagnierte.
In Tokio hielten sich die Anleger vor der Parlamentswahl am Sonntag zurück. Ein Ausverkauf bei Technologiewerten belastete jedoch den Markt. Zu den Gewinnern zählten die Aktien des Lebensmittelzusatzstoffherstellers Ajinomoto mit einem Plus von zehn Prozent und Mitsubishi Motors mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent. Dagegen fielen die Papiere des Chip-Ausrüsters Advantest um 3,1 Prozent und die des Kameraherstellers Nikon um 8,5 Prozent. «In Anlehnung an den US-Markt von gestern Abend sind einige hochpreisige Halbleiter- und KI-bezogene Werte gefallen, aber ihre Rückgänge sind nicht so gross wie am Donnerstag», sagte Maki Sawada, Stratege bei Nomura Securities.
Händler begründeten die Kursverluste mit der Sorge, dass neue KI-Modelle die Gewinne von Softwarefirmen schmälern könnten. Für zusätzliche Nervosität sorgte der US-Konzern Amazon, dessen Aktien im nachbörslichen Handel um 11,5 Prozent abstürzten. Der Online-Händler hatte einen Anstieg der Investitionsausgaben um mehr als 50 Prozent in diesem Jahr in Aussicht gestellt. «Die Anleger stellen ihr Engagement in den Säulen infrage, die die Märkte in den vergangenen sechs Monaten gestützt haben: KI, Krypto und Edelmetalle», sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG.
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Technologieaktien in den USA haben am Donnerstag erneut einen schweren Stand gehabt. Dieses Mal zogen ihre Verluste zudem auch den überwiegend mit Standardwerten bestückten Wall-Street-Index Dow Jones Industrial nach unten.
Die Verunsicherung rund um Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) setzte sich fort. Verstärkt wurde sie durch die Ankündigung weiterer massiver Investitionen der Google-Mutter Alphabet im Wettlauf der KI-Entwickler. Im Fokus standen obendrein erneut schwache Daten vom Arbeitsmarkt im Januar. Der kräftige Rückgang des Bitcoin, der kurz vor dem Börsenschluss unter 63'000 Dollar fiel, erhöhte die Nervosität zusätzlich und brachte Druck in den Aktienmarkt.
Der Dow büsste 1,20 Prozent auf 48'909 Zähler ein, hatte allerdings am Dienstag ein Rekordhoch erreicht. Der breite S&P 500 gab um 1,23 Prozent auf 6798 Zähler nach. Der Nasdaq 100 sackte mit minus 1,38 Prozent auf 24'549 Punkte auf den tiefsten Stand seit November.
«Die schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA sind der deutlichste Ausdruck der K-förmigen Konjunktur», sagte Strategiechef Joachim Klement bei Panmure Liberum. «Während der Technologiesektor boomt, leidet der Rest der Wirtschaft unter höheren Zöllen und mangelnder Nachfrage. Dies führt zu einem scheinbar widersprüchlichen Bild: Das BIP-Wachstum ist solide, der Arbeitsmarkt jedoch schwach», sagte er.
In den USA hatten in der vergangenen Woche weit mehr Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Tags zuvor hatte bereits der Arbeitsmarktdienstleister ADP schwache Beschäftigungszahlen im Januar aus der US-Privatwirtschaft bekannt gegeben. Nun wird mit Spannung auf den Bericht der Regierung gewartet, der jedoch erst am 11. Februar veröffentlicht wird.
Unternehmensseitig gaben Quartalsbilanzen grosser US-Konzerne weiterhin den Takt vor, wobei der Druck auf die Technologiebranche nach wie vor hoch blieb. Bei Alphabet liess er zwar bis Handelsschluss deutlich nach, doch die allgemeine Sorge, wer zu den Profiteuren oder Verlierern durch KI selbst oder mit Blick auf die kostspieligen Investitionen zählen könnte, hielt sich. Ausserdem machte sich der kräftige Rücksetzer der Kryptowährung Bitcoin bei Aktien wie Strategy und Coinbase bemerkbar, die gut 17 beziehungsweise 13 Prozent verloren.
Die Alphabet-Aktie, die zeitweise um 8 Prozent abgesackt war, beendete den Tag mit minus 0,5 Prozent. Am Dienstag hatte sie ein Rekordhoch erreicht. Einzig die massive Erhöhung der Investitionen habe verhindert, dass das Papier nach dem erstklassigen Quartalsbericht weiter steigen konnte, glaubt RBC-Analyst Brad Erickson. Bis zu 185 Milliarden Dollar plant der zu den glorreichen Sieben zählende Techgigant auszugeben, wahrscheinlich vor allem für Rechenzentren. Angesichts der jedoch klaren Signale für eine Nachfrage nach KI vertritt Citigroup-Analyst Ronald Josey die Ansicht, «dass Google in Produkte und die Bewältigung von Kapazitätsproblemen investieren sollte».
Qualcomm sackten auf den tiefsten Stand seit April 2025. Aus dem Handel gingen die Anteile des auf die Mobilfunkindustrie ausgerichteten Chipherstellers mit minus 8,5 Prozent. Die globale Knappheit an Memory-Chips dürfte das Geschäft belasten. Amazon verloren 4,4 Prozent. Der Online-Handelsgigant legte nachbörslich Quartalszahlen vor. Die Papiere des Chipherstellers für Elektromobilität, Wolfspeed, brachen um knapp 10 Prozent ein. Im laufenden Geschäftsquartal erwartet das Unternehmen im Vergleich zum Vorquartal einen Umsatzrückgang.
Die Pharma-Aktie Bristol-Myers Squibb legte um 3,3 Prozent zu. Sowohl die Umsatzprognose als auch das Gewinnziel für dieses Jahr waren besser als erwartet ausgefallen.
Eli Lilly dagegen büssten 7,8 Prozent ein, nachdem sie tags zuvor nach einem starken Ausblick um etwas mehr als 10 Prozent hochgesprungen waren. Druck war aufgekommen, nachdem Hims & Hers eine günstige Kopie der Wegovy-Pille von Novo Nordisk angekündigt hatte.
JPMorgan allerdings schrieb, dass das US-Telemedizinunternehmen damit «eindeutig gegen die US-Arzneimittelvorschriften verstösst» und die US-Gesundheitsbehörde FDA daher eingreifen dürfte. Die Hims-Aktie büsste nach anfänglichen Gewinnen 3,8 Prozent ein.
(cash/AWP/Reuters)

