22:30

Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum Schluss 0,30 Prozent auf 30'333,59 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,80 Prozent auf 3665,78 Punkte bergab und der technologielastige Nasdaq 100 sank um 0,51 Prozent auf 11'046,71 Punkte. Damit knüpften die Indizes an ihre schwache Vortagsentwicklung an, nachdem sie am Montag und Dienstag noch deutlich angezogen hatten.

Im Fokus der Anleger standen Quartalsberichte. Der Elektroautobauer Tesla blieb bei Umsatz und Absatz unter den Erwartungen der Analysten. Die Aktien sackten als Schlusslicht im Nasdaq 100 um über sechseinhalb Prozent ab.

Bei der Fluggesellschaft American Airlines reichten nach der Kursrally der vergangenen Tage auch optimistische Zukunftserwartungen nicht für weitere Gewinne: Die Aktien verloren 3,8 Prozent. Die Fluggesellschaft geht für das Schlussquartal angesichts der Reiselust der Kunden von einer Fortsetzung der schwungvollen Erholung aus. Damit folgt das Unternehmen der Konkurrenz, die trotz allgemeiner Sorgen über das Kaufverhalten der Verbraucher in Zeiten hoher Inflation ebenfalls mit einer weiterhin guten Reisenachfrage rechnet.

Für die Aktien von Philip Morris und seines Konkurrenten Altria ging es indes um 1,7 beziehungsweise 2,5 Prozent bergab. Der Tabakhersteller Philip Morris erhöhte sein Angebot für den Wettbewerber Swedish Match von 106 auf 116 schwedische Kronen je Aktie in bar. Das Angebot für den Hersteller rauchfreier Produkte soll aber nicht noch weiter aufgestockt werden. Mit der Übernahme sollen die Aktivitäten abseits des klassischen Tabakgeschäfts ausgebaut werden, weshalb auch eine Vereinbarung mit dem US-Tabakkonzern Altria über die US-Rechte an dessen Tabakerhitzer-System IQOS für 2,7 Milliarden Dollar vor Steuern geschlossen wurde. Die Quartalszahlen von Philip Morris wurden von diesen Nachrichten in den Hintergrund gedrängt.

Dagegen waren die Papiere des Computer-Urgesteins IBM mit plus 4,7 Prozent Dow-Spitzenreiter. Umsatz und Betriebsgewinn im dritten Quartal übertrafen die Analystenerwartungen. Zudem hob IBM die Umsatzprognose für das Jahr an.

Sogar um 7,7 Prozent legten die Anteile des Telekomriesen AT&T zu. Nach einem besser als erwartet ausgefallenen Kundenwachstum im dritten Quartal erhöhte das Unternehmen die Gewinnprognose.

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22:05

Der US-Standardwerteindex Dow Jones büsste bis Handelsschluss 0,30 Prozent auf 30'333,59 Punkte ein, während es für den breiter aufgestellten S&P 500 um 0,80 Prozent auf 3665,78 Zähler abwärts ging. Der Nasdaq Composite Index verlor 0,61 Prozent auf 10'614,84 Punkte.

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21:15

US-Staatsanleihen haben am Donnerstag ihre Vortagsverluste ausgeweitet. Nach einem verhaltenen Start ging es weiter bergab - zuletzt büsste der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) 0,57 Prozent auf 109,38 Punkte ein. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen kletterte im Gegenzug auf 4,23 Prozent. Damit setzte sie sich noch weiter von der Vier-Prozent-Marke nach oben ab, nachdem sie schon am Mittwoch auf dem Niveau zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008 notiert hatte.

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21:00

Der Euro hat sich am Donnerstag nur temporär von seinem Kursrutsch zur Wochenmitte erholt. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung mit 0,9785 US-Dollar zuletzt wieder deutlich weniger als im europäischen Nachmittagsgeschäft.

Zum Schweizer Franken hält sich der US-Dollar weiterhin über der Paritätsgrenze. Ein Dollar kostet aktuell 1,0043 Franken, während der Euro zum frühen Handel wenig verändert zu 0,9826 Franken umgeht.

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20:15

Verunsicherung herrschte am Donnerstag an der Wall Street. Nach einem festeren Start fielen die Börsenbarometer im Handelsverlauf auf negatives Terrain zurück. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büsste zuletzt 0,4 Prozent auf 30'305 Punkte ein, während es für den breiter aufgestellten S&P 500 um 0,9 Prozent auf 3663 Zähler abwärts ging. Der Nasdaq Composite Index verlor 0,8 Prozent auf 10'599 Punkte.

Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal standen im Fokus. Titel des Zahlungsdienstleisters Western Union stürzte nach einer enttäuschenden Prognose für 2023 um sieben Prozent auf einen Zehn-Jahres-Tiefpunkt. Für Tesla ging es 3,5 Prozent abwärts, nachdem der Elektroautobauer am Vorabend Zahlen vorgelegt hatte, die den Markt enttäuschten. 

Auch die Aktien des Sportartikel-Herstellers Nike fielen um gut ein Prozent, nachdem der deutsche Rivale Adidas seine Gewinn- und Umsatzerwartungen zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten deutlich zurückschrauben musste.

Die Titel von IBM und AT&T legten dagegen nach positiven Prognosen um 4,3 beziehungsweise 9,2 Prozent zu. Auch der Chemie-Riese Dow Chemical stieg nach übertroffenen Gewinnschätzungen für das dritte Quartal um knapp zwei Prozent.

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20:00

Beim französischen Kosmetikkonzern L'Oreal haben die Geschäfte im dritten Quartal weiter kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch infolge des schwachen Euro um 19,7 Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in Paris mitteilte. Damit übertraf L'Oreal die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Währungseffekte und Veränderungen im Geschäftszuschnitt herausgerechnet, belief sich das Wachstum auf vergleichbarer Basis auf 9,1 Prozent, übertraf jedoch die durchschnittlichen Erwartungen von Branchenexperten.

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19:30

Der deutsche Sportartikelkonzern Adidas muss seine Gewinn- und Umsatzerwartungen zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten deutlich zurückschrauben. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft werde in diesem Jahr nur noch bei 500 Millionen Euro liegen, teilte die Nummer zwei auf dem Weltmarkt am Donnerstagabend in Herzogenaurach mit. Das wäre ein Rückgang um zwei Drittel gegenüber dem Vorjahr (1,49 Milliarden). 

Beim Umsatz sind statt bis zu neun Prozent nur noch rund fünf Prozent Zuwachs drin, warnte das Unternehmen. Und selbst um das zu schaffen, muss das Geschäft im vierten Quartal um mindestens zehn Prozent anziehen. Adidas setzt dabei auf die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar. Die Adidas-Aktie brach im Späthandel am Donnerstag um 4,3 Prozent auf 110,68 Euro ein.

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19:05

Die freundlichen US-Börsen haben den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag in die Gewinnzone verholfen. Auch der Rücktritt der britischen Premierministerin Liz Truss stützte dies- wie jenseits des Atlantiks die Kurse. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte am Ende ein Kursplus von 0,62 Prozent auf 3492,85 Punkte. Der französische Cac 40 legte letztlich um 0,76 Prozent auf 6086,90 Punkte zu. In London reichte es für den FTSE 100 nach dem Rücktritt von Truss immerhin für einen Kursgewinn von 0,27 Prozent auf 6943,91 Zähler.

Dem Düngerkonzern Yara gelang es, im dritten Quartal Belastungen durch Produktionseinschnitte und gestiegene Gaskosten durch höhere Verkaufspreise zu kompensieren. Die Aktien legten um gut sechseinhalb Prozent zu.

Auch Hermes überzeugte, was sich in einem Kursplus von gut anderthalb Prozent niederschlug. Der französische Luxusgüterhersteller hatte seinen Umsatz im dritten Quartal kräftig gesteigert und schloss sich damit der soliden Entwicklung anderer Unternehmen der Branche an. Konkurrent LVMH hatte bereits vergangene Woche dank der Einkaufslust von US-Touristen in Europa überraschend starke Umsätze vorgelegt.

Den Luxus eines guten Tropfens scheinen sich die Konsumenten trotz der schwächelnder Konjunktur bislang ebenfalls nicht zu versagen. Der Spirituosenhersteller Pernod Ricard steigerte den Quartalsumsatz und übertraf mit seinen Zahlen die Schätzungen. Nach dem deutlichen Kursanstieg der vergangenen Wochen gaben die Aktie nun allerdings um über ein Prozent nach.

Enttäuschend waren die Zahlen im Telekommunikationssektor. Eingebrochene Einnahmen für seine Patente und Lizenzen belasteten das dritte Quartal des schwedischen Netzwerkausrüsters Ericsson deutlich - die Aktien sackten um fast 15 Prozent ab. Auch der finnische Konkurrent Nokia überzeugte nicht. Dessen operativ schwachen Ergebnisse liessen die Aktien als Eurostoxx-Schlusslicht um über siebeneinhalb Prozent sinken.

Mit Volvo blieb ein weiteres Unternehmen aus Nordeuropa hinter den Erwartungen zurück. Analystin Daniela Costa von Goldman Sachs bemängelte am Zahlenwerk des Nutzfahrzeugherstellers die Margenentwicklung. Die Papiere verloren gut vier Prozent.

Beim Chemieunternehmen Akzo Nobel stand nach der Zahlenvorlage ein Kursrückgang um 1,4 Prozent zu Buche. Das dritte Quartal sei erwartungsgemäss ausgefallen, doch der Ausblick auf das Schlussquartal sei wesentlich schwächer als gedacht, schrieb JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi.

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18:30

Letztlich ging der Dax mit einem Plus von 0,20 Prozent auf 12'767,41 Zähler aus dem Handel. Der MDax stieg um 1,25 Prozent auf 23 273,03 Punkte. Keinen grossen Einfluss auf die Entwicklung hatten die stark gestiegenen Erzeugerpreise in Deutschland. Angeführt wurde die Gewinnerliste beim Dax von Siemens Healthineers und Sartorius, deren Aktien 4,1 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent fester aus dem Handel gingen.

Die Titel der Deutschen Börse standen zudem im Fokus. Mit einem 3,7-prozentigen Abschlag waren sie Schlusslicht im Dax, obwohl der Börsenbetreiber die Erwartungen übertraf und seine Jahresziele erneut hoch schraubte. Die Papiere hatten allerdings bereits einen guten Lauf und sind in diesem Jahr der drittgrösste von lediglich fünf Gewinnern in der ersten Börsenliga.

Die Anteile von Varta gingen im MDax nach einem kräftigen Auf und Ab unverändert aus dem Tag. Wie der Batteriehersteller am Nachmittag mitteilte, wurde im dritten Quartal vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten ein Verlust von 2,5 Millionen Euro verzeichnet. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Plus von gut 70 Millionen Euro gestanden. Die Geschäftsprognosen für 2022 hatte das Management bereits Ende September zurückgezogen.

Für die Papiere von GFT Technologies indes ging es an der SDax -Spitze um 8,5 Prozent hoch. Der IT-Dienstleister hob seine Prognose für den operativen Gewinn im laufenden Jahr an.

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17:35

Der Leitindex SMI schliesst leicht tiefer mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 10’473.45 Punkten. Die Aussicht auf weiter kräftig steigende Zinsen und deren konjunkturdämpfende Wirkung bremste die Risikobereitschaft der Anleger. Auch die Rücktrittsankündigung der britischen Premierministerin Liz Truss nach nur sechs Wochen im Amt sorgte für Verunsicherung.

Weit vorne zu finden waren unter den Standardwerten Partners Group und Richemont - zwei Unternehmen, die am Vortag unter die Räder gekommen waren. Die Aktien des Finanzinvestors und des Luxusgüterkonzerns verteuerten sich um knapp zwei Prozent. ABB machten anfängliche Kurseinbussen mehr als wett und gewann 0,26 Prozent an Wert. Zwar schmälerten im dritten Quartal Kosten für eine Untersuchung im Zusammenhang mit einem Kraftwerksprojekt in Südafrika den Nettogewinn des Elektrotechnikkonzerns. Operativ dagegen lief es rund und ABB erreichte das angepeilte Rentabilitätsziel ein Jahr früher als angepeilt.

Am breiten Markt sackten die Schindler-Anteile 4,36 Prozent ab. Die Lockdowns in China, Lieferkettenprobleme und Kosteninflation sorgten bei dem Aufzug- und Rolltreppenhersteller in den ersten neun Monaten für einen Gewinneinbruch.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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17:30

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre zur Wochenmitte erzielten Gewinne ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 93,78 US-Dollar. Das waren 1,37 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im November stieg um 1,77 Dollar auf 87,32 Dollar.

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17:15

Der Kurs des Euro hat sich von seinem Kursrutsch zur Wochenmitte wieder erholt. Die Gemeinschaftswährung notiert am Donnerstagnachmittag bei 0,9843 US-Dollar und damit höher als am Vorabend.

Auch der Euro-Franken-Kurs stieg am Freitagnachmittag leicht bis auf aktuell 0,9850. Am Mittag lag das Währungspaar noch bei 0,9837 Franken. Der Dollar hingegen verlor zum Franken an Wert und steuert auf die Parität zur Schweizer Währung zu. Derzeit kostet der Greenback 1,0008 Franken nach 1,0056 im Mittagsgeschäft.

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16:35

Der SMI hat rund eine Stunde vor Handelsschluss das Vorzeichen gewechselt und steht aktuell bei einem Plus von 0,05 Prozent. Grösste Gewinner sind zurzeit Sonova und die Partners Group, die je über zwei Prozent zulegen.

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16:20

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Donnerstag um bis zu 0,2 Prozent und stiegen danach um über einen Prozent. "Die Investoren sehnen sich wirklich nach einer gewissen Sicherheit", sagte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. Diese sei aber nicht zu erwarten, bis ein Nachfolger von Premierministerin Liz Truss das Vertrauen in Grossbritannien wieder herstellt, schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Gleichzeitig glichen positive Prognosen von IBM und AT&T die Rückgänge bei Tesla aus und knüpften an die Erfolge von Netflix und Procter & Gamble vom Mittwoch an. Allerdings bleibt es Analysten zufolge weitgehend offen, ob die Gewinnsaison ein Katalysator sein könnte, der den langfristigen Abwärtstrend an den Börsen aufhält. "Bei den wenigen Unternehmen, die bisher ihre Quartalsergebnisse gemeldet haben, haben die meisten die Gewinnschätzungen übertroffen, aber ich würde das eher in die Kategorie 'besser als befürchtet' einordnen", sagte Art Hogan, Chefmarktstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth. 

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15:35

Der Dow Jones startet mit einem Plus von 0,15 Prozent. Hingegen geben der Nasdaq (-0,2 Prozent) und der S&P 500 (-0,1 Prozent) nach. Der Autohersteller Tesla verliert am Donnerstag zum Handelsstart rund 7 Prozent. Der E-Auto-Hersteller hat die Umsatzschätzungen für das dritte Quartal verfehlt.

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15:10

Die Rücktrittsankündigung der britischen Premierministerin Liz Truss gibt dem Pfund Sterling Rückenwind. Die Währung verteuerte sich am Donnerstag um rund ein halbes Prozent auf 1,1263 Dollar, nachdem sie zuvor 0,4 Prozent im Minus lag. Die Rendite 30-jähriger britischer Staatsanleihen sank im Laufe des Tages um 9 Basispunkte auf 3,895 Prozent.

"Da die Politik von Finanzminister Jeremy Hunt die britischen Märkte beruhigt hat, rechnet wohl niemand ernsthaft damit, dass er abgelöst wird - unabhängig davon, wer Truss ersetzt", sagte Stuart Cole, Chef-Volkswirt des Brokerhauses Equiti Capital. "Die Führung der britischen Wirtschaft liegt in relativ sicheren Händen, was das Pfund vor den schlimmeren Auswirkungen des politischen Chaos schützt."

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15:00

Der Broker IG taxiert den Leitindex Dow Jones Industrial 0,2 Prozent im Plus auf 30'490 Punkte. Der technologielastige Index Nasdaq 100 dürfte 0,2 Prozent schwächer bei 11'090 Zählern starten.

Die ersten Konjunkturdaten des Tages fielen gemischt aus. Zudem erreichte den Markt die Mitteilung, dass in Grossbritannien die Premierministerin, Liz Truss, zurückgetreten ist. Letzteres dürften die Märkte weltweit "sicherlich wohlwollend, aber zugleich kritisch beobachten", wie Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners konstatierte.

Zwar sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend, zugleich hellte sich der von der Universität Philadelphia veröffentlichte Stimmungsindex im Oktober weniger auf als erwartet.

Auch der Immobilienmarkt gerate wegen des bislang hohen Preisniveaus und der deutlich gestiegenen Zinsen in Bedrängnis, schrieben die Experten der Helaba. Das habe sich bereits am Vortag gezeigt und die kurz nach dem Handelsauftakt erwarteten Daten zu den Eigenheimverkäufen dürften nun ebenfalls einen Rückgang aufweisen. Beim Index der Frühindikatoren, der zeitgleich zur Veröffentlichung ansteht, zeichne sich ebenfalls ein Minus ab. "Vor diesem Hintergrund könnten die Konjunktursorgen wieder grösser werden" und Vertreter der Notenbank dürften wohl bei den an diesem Donnerstag anstehenden Reden auf die Notwendigkeit weiterer Zinsschritte hinweisen.

Im Fokus stehen auch einige Quartalsberichte bedeutender Konzerne. Trotz hoher Inflation und weltweiter Konjunktursorgen steigerte der Elektroautobauer Tesla seinen Quartalsgewinn kräftig. Die Erlöse allerdings blieben aber unter den Markterwartungen. Die Aktie gab vorbörslich um knapp sechs Prozent nach.

Dagegen ging es für die Papiere des Computer-Urgesteins IBM zugleich um vier Prozent hoch. Umsatz und Betriebsgewinn im dritten Quartal übertrafen die Analystenerwartungen. Zudem hob IBM die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

Um etwas mehr als drei Prozent legten die Anteile des Telekomriese AT&T vor dem Handelsstart zu. Nach einem besser als erwartet ausgefallenen Kundenwachstum im dritten Quartal hob AT&T seine Gewinnprognose an.

Für die Aktien des Tabakherstellers Philip Morris ging es vorbörslich um 0,6 Prozent hoch. Altria gewannen 0,3 Prozent. Philip Morris erhöhte sein Angebot für den Wettbewerber Swedish Match und bietet nun 116 statt wie bisher 106 schwedische Kronen je Aktie in bar. Das Angebot für den Hersteller rauchfreier Produkte soll aber nicht noch weiter aufgestockt werden. Mit der Übernahme sollen die Aktivitäten abseits des klassischen Tabakgeschäfts ausgebaut werden, weshalb auch eine Vereinbarung mit dem US-Tabakkonzern Altria über die US-Rechte an dem Tabakerhitzer-System IQOS für 2,7 Milliarden Dollar vor Steuern (rund 2,75 Mrd Euro) geschlossen wurde.

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13:55

Die Aktien von Tesla fallen im vorbörslichen US-Handel um 5 Prozent, nachdem der E-Auto-Hersteller die Umsatzschätzungen für das dritte Quartal verfehlt hat. Logistik- und Versandprobleme hatten die Auslieferungen behindert. Allerdings waren die Erwartungen auch hoch - ein Umsatzanstieg um 56 Prozent war eben nicht genug, meint Liam Denning, der sich auch kritisch mit einem möglichen Aktienrückkauf beschäftigt. Elon Musk zufolge dürften Rohstoffpreise und Transportkosten weiter zurückgehen, Lithium sei aber immer noch "wahnsinnig teuer" - und Tesla werde eine eigene Lithiumraffinerie in Texas bauen. Konkurrent Mercedes hat mit Rock Tech Lithium einen Vertrag über die Lieferung von 10'000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität pro Jahr unterzeichnet - genug für rund 150'000 E-Autos. Der Rohstoff wird in Deutschland raffiniert.

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13:30

Jeffrey Gundlach sieht die Renditen von US-Staatsanleihen bis Ende des Jahres ihren Höhepunkt erreichen. Die Abflachung am langen Ende der Kurve sei ein Zeichen für die Erschöpfung des Renditeanstiegs, so der CIO von DoubleLine Capital.

Einige Fed-Entscheider haben angedeutet, dass ihre falkenhafte Haltung bald im neuen Jahr ausklingen könnte. James Bullard von der St.-Louis-Fed geht davon aus, dass die Währungshüter ihr aggressives "Front-Loading" Anfang des Jahres beenden und dann situativ nachsteuern können. "Ich denke, dass wir im Jahr 2023 näher an dem Punkt sein werden, an dem wir eine, wie ich es nennen würde, normale Geldpolitik betreiben können", so Bullard auf Bloomberg TV. In der Eurozone tritt heute das Schweigegelübde der EZB-Räte vor der Sitzung nächste Woche in Kraft. Bloomberg-Ökonomen gehen von einer 75-Basispunkte-Erhöhung aus.   

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13:00

Die Aktien der Derivatboutique Leonteq gewinnen 3,1 Prozent auf 39,8 Franken.

Credit Suisse senkt das Kursziel für Leonteq von 86 auf 85Franken. Die Einstufung lautet weiterhin "Outperform". Das implizierte Aufwärtspotenzial beträgt 114 Prozent.

Die Anpassung sei hauptsächlich auf niedrigere Peer-Group-Multiplikatoren und Rundungen zurückzuführen, schreibt Analyst Daniel Regli. Er sei zuversichtlich, dass der Derivate-Spezialist ein ordentliches zweites Halbjahr erwirtschafte. Das Volumen der strukturierten Produkte blieb im dritten Quartal aufgrund der begrenzten Kundennachfrage gedämpft. Das Handelsergebnis kompensierte jedoch weiterhin die schwächeren Gebühreneinnahmen, so der Analyst. Für die Jahre 2022- 2026 erwarte er einen Anstieg der Dividende. Dies führe zu attraktiven Dividendenrenditen am oberen Ende von Schweizer Finanzwerten.

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12:50

Die Termingeschäfte deuten auf eine uneinheitliche Eröffnung der US-Börsen hin: 

Dow Jones Futures: +0,27 Prozent
S&P 500 Futures: +0,06 Prozent
Nasdaq Futures: -0,19 Prozent

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11:30

Der SMI notiert um 0,4 Prozent schwächer auf 10'447 Punkten. Dabei hat sich der Leitindex bisher in einer engen Spanne von weniger als 50 Punkten bewegt. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, schwächt sich um 0,3 Prozent auf 1573 und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 13'344 Zähler ab.

Die Anleger verhielten sich wegen der anhaltenden Zins- und Konjunktursorgen weiterhin sehr vorsichtig. Daher hielten sich auch die Umsätze in Grenzen. "Bei uns ist es sehr ruhig. Schon fast so ruhig wie üblicherweise zwischen Weihnacht und Neujahr", sagte ein Händler. Es sei der Mix aus Inflation, Konjunktur, Energiekrise und Ukrainekrieg sowie der hohen Kursausschläge, der die Anleger an den Seitenlinien halte.

In den USA hatten Äusserungen von Notenbankern, wonach die Geldpolitik nicht gelockert werden könne, solange die Inflation steigt, den Zinssorgen zudem weitere Nahrung gegeben und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen über 4 Prozent steigen lassen. Das ist so hoch wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008. Auch in Europa sind die Renditen wegen der rekordhohen Inflation weiter gestiegen. Zudem entwickle sich die Berichtsaison doch nicht ganz so einheitlich gut wie zunächst erhofft, berichten Händler. Daher dürfte die jüngste Erholung wohl fürs erste beendet sein. Zudem hätten sich viele Indizes aus charttechnischer Sicht an wichtigen Widerständen den Kopf gestossen. Dies stimme die Anleger vorsichtig und den Markt fragil, fasst ein Händler zusammen.

An der Spitze der Gewinner stehen die Aktien von Temenos (+2,2 Prozent), die den Vortagesverlust (-2,8 Prozent) nahezu aufholen. Das Unternehmen veröffentlicht nach Börsenschluss seine Quartalszahlen. Der Softwarehersteller hatte vor einer Woche eine Gewinnwarnung abgegeben, worauf der Kurs um einen Fünftel einbrach.

Im Aufwind sind die Anteilscheine des Luxusgüterherstellers Richemont (+0,6 Prozent). Die Titel von Rivale Swatch (-0,4 Prozent) sind nach anfänglichen Gewinnen dagegen schwächer. Beide hatten zunächst vom starken Uhrenexport im September profitiert.

Ebenfalls gefragt sind zuletzt wieder abgestraften Medizintechnikwerte Sonova und Straumann, die Versicherer Swiss Re, Swiss Life und Zurich sowie der Pharmazulieferer Lonza mit Gewinnen zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.

Dagegen sind ABB (-0,3 Prozent) schwächer. Das Unternehmen hat im dritten Quartal 2022 zwar mehr Aufträge erhalten als im Vorjahr und den Umsatz gesteigert. Der Gewinn litt hingegen unter der Rückstellung für einen Rechtsfall in Südafrika. ABB sei besser unterwegs als erwartet, aber der Ausblick biete keine Überraschungen, heisst es bei der ZKB.

Mehr verlieren Schindler (-2,0 Prozent). Der Lifthersteller äusserte sich zwar zuversichtlich über das Gesamtjahr, musste aber im dritten Quartal einen rückläufigen Auftragseingang hinnehmen.

Verluste gibt es auch bei den Aktien der Credit Suisse (-1,9 Prozent), bei denen das wilde Auf und Ab der Kursentwicklung anhält. "Alle warten auf den 27. Oktober, wenn dann die neue Strategie bekannt wird und damit hoffentlich auch die Spekulationen beendet werden", meint ein Händler. Die Aktien der Konkurrentin UBS (-0,1 Prozent) sind knapp gehalten.

Die Anteile der Technologiefirmen AMS Osram (-2,0 Prozent), Logitech (-1,6 Prozent) und VAT (-0,8 Prozent) litten unter den Verlusten der US-Technologiebörse, heisst es. Dieser machen die höheren Zinsen stets zu schaffen. "Die Anleger scheren eben meist alles, was nach Technologie- oder Wachstumswert riecht, über einen Kamm", meint ein Händler. Dies sei auch bei den Aktien von Comet (-1,3 Prozent) und Inficon (-2,9 Prozent) zu sehen, die trotz guter Zahlen nachgeben würden.

Am breiten Markt kommen zudem Zur Rose (-2,7 Prozent) nicht zur Ruhe. Schuld sind die Quartalszahlen. Der Titel war am Vortag aber bereits mehr als zehn Prozent gefallen.

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11:00

Der Swiss Market Index (SMI) verliert 0,3 Prozent auf 10'451 Punkte. Klar im Plus sind einzig Richemont und Lonza (beide +0,5 Prozent). Deutliche Abgaben verzeichnen die Aktien von Credit Suisse (-1,9 Prozent), Logitech (-1,7 Prozent) und Partners Group (-1,0 Prozent).

SMI-Kurstableau (Quelle: cash.ch).

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10:30

Die Aktien der Versandapotheke Zur Rose haben nach den jüngsten Umsatzzahlen einen neuen Negativrekord aufgestellt. Bei 24,08 Franken sind sie am Donnerstagmorgen auf ein Rekordtief gefallen. Mittlerweile haben sie sich wieder etwas gefangen, im Minus notieren sie aber immer noch.

In ihren ersten Reaktionen zeigen sich die Analysten nicht weiter überrascht von den Zahlen. Der Umsatzrückgang sei in etwa im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Dass speziell in Deutschland die Einnahmen so abgesackt sind, sei nicht zuletzt den Massnahmen im Zusammenhang mit dem EBITDA-Break-Even Programm geschuldet gewesen.

Dennoch: insgesamt sind die Experten eher vorsichtig, was die kurzfristigen Aussichten für das Unternehmen betrifft. "Während wir mittelfristig Potenzial für Zur Rose sehen, werden die kommenden Monate weiter von grosser Volatilität geprägt sein, weshalb wir mit unserem Rating "Marktgewichten" von einem Kauf der Aktie weiterhin abraten", heisst es etwa bei der ZKB.

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09:50

Das Comet hat in den ersten neun Monaten von der anhaltend starken Nachfrage nach Halbleiterausrüstungen profitiert. Die Aktien des Technologieunternehmens verlieren trotzdem 2,4 Prozent auf 148,40 Franken.

Vontobel senkt nach den Zahlen zwar das Kursziel für Comet auf 256 von 275 Franken. Die Einstufung lautet aber weiterhin "Buy". Das implizite Aufwärtspotenzial beträgt 85 Prozent.

Mit der Leistung im dritten Quartal sei das Technologieunternehmen auf bestem Weg, die Ziele für das Geschäftsjahr 2022 zu erreichen, schreibt Analyst Michael Foeth nach dem Handelsupdate. Das Management konzentriere sich weiterhin voll und ganz auf die Umsetzung der Strategie, die Erfüllung der Aufträge sowie die Verbesserung der Rentabilität. Mit seinen vorsichtigeren Schätzungen für 2023 berücksichtige er die geringere Visibilität und die erhöhten Risiken.

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09:45

Der SMI notiert um 0,2 Prozent schwächer auf 10'464 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ermässigt sich um 0,2 Prozent auf 1575 Punkte und der breite SPI um 0,1 Prozent auf 13'372 Punkte.

Gebremst wird der Markt von den Zins- und Konjunktursorgen, die in den USA neue Nahrung erhalten haben. Demnach will die US-Notenbank mit den Zinserhöhungen weitermachen, wenn die Inflation weiter steiget. Dies liess die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit mehr als 4 Prozent so hoch wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008 steigen. Auch in Europa sind die Renditen wegen der rekordhohen Inflation weiter gestiegen.

Die Investoren befürchteten eine globale Konjunkturabkühlung bei zugleich steigenden Zinsen. Zudem entwickle sich die Berichtsaison doch nicht so einheitlich gut wie zunähst erhofft. Wegen der hohen Inflation sei ausserdem keine Abkehr von der straffen Zinspolitik zu erwarten. Damit könnte die jüngste Erholung wohl fürs erste beendet sein, befürchten Händler. "Mehr als ein Bärenmarktrally ist im Augenblick an den Aktienmärkten nicht drin", kommentierte der Broker IG. Dies stimme die Anleger vorsichtig, heisst es am Markt.

Gefragt sind zu dem die zuletzt wieder abgestraften Aktien aus dem Wachstumsbereich: Sonova, Straumann und Lonza mit Gewinnen zwischen 1,3 und 0,7 Prozent.

Dagegen sind ABB (-0,9 Prozent) schwächer. ABB hat im dritten Quartal 2022 zwar mehr Aufträge erhalten als im Vorjahr und den Umsatz gesteigert. Der Gewinn litt hingegen unter der Rückstellung für einen Rechtsfall in Südafrika.

Auch Schindler (-0,6 Prozent) geben leicht nach. Der Lifthersteller äusserte sich allerdings trotz eines Auftragsrückgangs zuversichtlich über das Gesamtjahr.

Deutlichere Verluste gibt es bei den Aktien der Credit Suisse (-2,5 Prozent), bei denen das wilde Auf und Ab der Kursentwicklung anhält.

Den Anteilen der Technologiefirmen AMS Osram (-2,1 Prozent) und Logitech (-1,6 Prozent) machten zudem die höheren Zinsen zu schaffen, heisst es am Markt.

Zur Rose büssen nach Zahlen 3,5 Prozent ein. Der Titel war am Vortag aber bereits mehr als zehn Prozent gefallen.

Dagegen gewinnen Comet nach Zahlen 4,5 Prozent.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) verliert 0,2 Prozent auf 10'461 Punkte.

Belastet wird der Markt von den anhaltenden Zinsängsten, die in den USA neue Nahrung erhalten haben. Vertreter der US-Notenbank erklärten, das Fed könne die Zinserhöhungen nicht pausieren, wenn die Inflation weiter steige - selbst dann nicht, wenn der Leitzins bei 4,5 Prozent liege. Darauf stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen deutlich über die Vier-Prozent-Marke und ist damit so hoch wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008. Auch in Europa sind die Renditen wegen der rekordhohen Inflation weiter gestiegen.

Zudem schürte auch das Beige Book, der Konjunkturbericht des Fed, Sorgen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung der USA. Die hohe Inflation und steigende Zinsen machten sich zunehmend unangenehm bemerkbar, hiess es. Eine Abkehr von der straffen Zinspolitik ist daher nicht zu erwarten. Damit könnte die jüngste Erholung wohl fürs erste beendet sein, befürchten Händler. "Mehr als ein Bärenmarktrally ist im Augenblick an den Aktienmärkten nicht drin", kommentierte der Broker IG. Am Vortag hatte der Leitindex SMI erstmals nach vier festen Tagen schwächer geschlossen.

Hierzulande beschäftigen sich die Marktteilnehmer abgesehen von den Zinssorgen vor allem mit den vielen Firmenabschlüssen. Dabei stehen die Bluechip-Unternehmen ABB (-1,5 Prozent) und Schindler (+0,3 Prozent) im Fokus.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird bei der Bank Julius Bär vorbörslich 0,20 Prozent tiefer geschätzt. Einzig die Aktien von ABB (+1,3 Prozent) befinden sich vorbörslich in der Gewinnzone. Der Technologiekonzern hat im dritten Quartal 2022 erneut mehr Aufträge erhalten als im Vorjahr. Auch der Umsatz nahm wegen wieder stabilerer Lieferketten im Gegensatz zum zweiten Quartal wieder zu.

Der breite Markt steht 0,15 Prozent tiefer. Im positiven Bereich befinden sich vorbörslich einzig AMS Osram (+0,5 Prozent), Comet (+1,2 Prozent), Inficon (+0,9 Prozent), Schindler (+1,7 Prozent), Swatch (+0,2 Prozent), VAT (+0,5 Prozent) und Zur Rose (+1,7 Prozent). Die Versandapotheke Zur Rose hat in den ersten neun Monaten wie erwartet einen Umsatzrückgang verzeichnet. Mit Blick nach vorne bestätigt die Thurgauer Gruppe aber den Ausblick für das Gesamtjahr.

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Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:

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07:45

Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen. Spekulationen über eine Reduzierung der Massnahmen Chinas zur Bekämpfung des Coronavirus und ein überraschender Rückgang der US-Ölreserven stützten die Notierungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Dezember kostete am Morgen 93,07 US-Dollar. Das waren 66 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im November stieg um 1,24 Dollar auf 86,79 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach werde in der chinesischen Führung über eine teilweise Rücknahme von Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus diskutiert. Offenbar sollen die Quarantänemassnahmen eingeschränkt werden, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Zuletzt hatte der harte Corona-Kurs der Regierung in Peking die Wirtschaft des Landes gebremst, was am Ölmarkt immer wieder Nachfragesorgen ausgelöst hatte.

Ausserdem wurde auf die Entwicklung der Ölreserven in den USA hingewiesen. Wie die US-Regierung am Mittwoch gemeldet hatte, waren die amerikanischen Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 1,7 Millionen Barrel auf 437,4 Millionen Barrel gesunken. Analysten hatten hingegen einen Anstieg um 2,5 Millionen Barrel erwartet. Sinkende US-Ölreserven stützen in der Regel die Ölpreise.

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07:40

Am Donnerstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Mittwoch hatte er 0,2 Prozent im Minus bei 12'741,41 Punkten geschlossen.

Anleger werden ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die aus dem Ausland anstehenden Firmenbilanzen richten. Unter anderem legen L'Oreal und der US-Konzern Dow vor. Am Mittwochabend hatte die Deutsche Börse dank der höheren Marktvolatilität und dem Anstieg im Handel mit Gasprodukten die Prognosen der Analysten übertroffen. Bei den Wirtschaftsindikatoren warten Börsianer auf die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die Hinweise auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik liefern könnte. Wichtig werden auch die Verkäufe bestehender Häuser, nachdem am Mittwoch ein deutlicher Rückgang der Baubeginne im September - ein Zeichen, dass die US-Wirtschaft an Schwung verliert - zu einem Ausverkauf von zehnjährigen US-Staatsanleihen geführt hatte.

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07:30

Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag konnte sich die Gemeinschaftswährung vorerst stabilisieren. Aktuell wird der Euro bei 0,9786 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend.

Auch zum Schweizer Franken legte der Euro etwas zu und kostet derzeit 0,9831 nach 0,9819 Franken am Mittwochabend. Und der Dollar notiert stabil bei 1,0045 nach 1,0053 Franken.

Die Dollar-Stärke, die den Euro zur Wochenmitte noch belastet hatte, setzte sich am Morgen nicht weiter fort. Der am Mittwochabend veröffentlichte Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed konnte dem Devisenmarkt keine neuen Impulse verleihen. Laut dem Bericht wird die amerikanische Wirtschaft durch die vergleichsweise starke Inflation und durch steigende Zinsen gebremst.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte das Interesse der Anleger weiter auf Konjunkturdaten aus den USA gerichtet bleiben. Auf dem Programm stehen die wöchentlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt und ein wichtiger Frühindikator für die weitere konjunkturelle Entwicklung in der grössten Volkswirtschaft der Welt.

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06:15

Der Swiss Market Index (SMI) steht vorbörslich gemäss der IG Bank um 0,42 Prozent tiefer.

Die Anleger müssen sich erneut auf eine erhöhte Volatilität einstellen. Gemessen am Volatilitätsindex VSMI wird sich der SMI am (heutigen) Donnerstag in einer grossen Schwankungsbreite von 1,07 Prozent bewegen. Dies entspricht +/- 112 Punkten gegenüber dem letzten Schlusskurs von 10'484,14 Punkten. Der VSMI ist am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 20,45 Punkte gestiegen.

Für die Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz steht am Donnerstag ein an Unternehmens- und Konjunkturzahlen reich befrachteter Tag an. Dabei stehen die Ergebnisse zum dritten Quartal des Industriekonzerns ABB und des Rolltreppen- und Liftbauers Schindler im Fokus. Während bei ABB auch dank Preissteigerungen mit weiterem Wachstum gerechnet wird, spürt Schindler vor allem im wichtigen chinesischen Markt Gegenwind. Derweil belasten steigende Energie- und Materialkosten die Margen beider Konzerne.

Aus der zweiten Reihe werden Firmen wie der Freiburger Halbleiterspezialist Comet, der Vermögensverwalter GAM oder die Onlineapotheke Zur Rose mit Geschäftszahlen aufwarten. Kommt hinzu, dass die Zollbehörde Angaben zu den Ex- und Importen im September veröffentlicht. Da richtet sich der Blick jeweils auch auf die Uhrenexporte, die in diesem Jahr ungeachtet geopolitischer und konjunktureller Belastungen bislang deutlich zugelegt haben. Zu verdanken ist dies im Ausland nach wie vor beliebten Luxusuhren.

Auch international werden viele grosse Unternehmen wie Akzo Nobel, Volvo, Hermes, AT&T, Philip Morris oder American Airlines Zahlen vorlegen. Ausserdem werden aus Europa und den USA Frühindikatoren zur Konjunktur erwartet. Sie könnten Hinweise darauf geben, ob die Welt auf eine tiefgreifende Rezession zusteuert.

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05:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt 1,1 Prozent tiefer bei 26'954 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,6 Prozent und liegt bei 1893 Punkten.

Die Börse in Shanghai liegt 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 0,6 Prozent.

Die Angst vor einer drohenden Rezession dämpft am Donnerstag die Risikobereitschaft der Anleger in Asien. Aus dem "Beige Book", dem Konjunkturbericht der Fed, geht jedoch hervor, dass sich die Lage in einigen Geschäftsbereichen entspannt hat, die Unternehmen aber weiterhin einen hohen Preisdruck verspüren. Der zugrunde liegende Inflationsdruck habe wahrscheinlich noch nicht seinen Höhepunkt, erklärte der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari. Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Novembersitzung die Zinsen zum vierten Mal in Folge um 75 Basispunkte anheben wird.

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05:40

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 149,91 Yen und legte 0,2 Prozent auf 7,2421 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 1,0060 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 0,9758 Dollar und notierte kaum verändert bei 0,9816 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,2 Prozent auf 1,1196 Dollar.

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00:00

Die steigenden Anleiherenditen haben die US-Börsen am Mittwoch letztlich nur moderat ins Minus gedrückt. Sie zollten damit auch den deutlichen Kursgewinnen seit Wochenbeginn etwas Tribut. Angesichts überwiegend erneut starker Unternehmenszahlen schloss der Leitindex Dow Jones Industrial nach zwischenzeitlich deutlicheren Verlusten 0,3 Prozent tiefer bei 30'423,81 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank am Ende um 0,7 Prozent auf 3695,16 Punkte, während der mit Technologietiteln gespickten Nasdaq 100 um 0,4 Prozent auf 11'103,38 Zähler nachgab.

Die Rendite für US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterte zur Wochenmitte deutlich über die Vier-Prozent-Marke und liegt damit so hoch wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008. Auch im europäischen Handel haben die Renditen wieder angezogen, nachdem Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone und aus Grossbritannien auf einen weiterhin hohen Inflationsdruck hingedeutet hatten. Damit werden sich die Notenbanken wohl weiterhin mit deutlichen Zinserhöhungen gegen die hohe Teuerung stemmen. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed gab dem Markt derweil keine deutlichen Impulse.

"Bislang zeigt sich der Oktober von seiner goldenen Seite", schrieb derweil Marktexperte Christian Henke von IG Markets mit Blick auf die Quartalsberichte. Die überraschend starken Unternehmenszahlen bezeichnete er als "Balsam für die Nerven der Anleger". Auf der Konjunkturseite bleibe hingegen alles beim Alten, weshalb Henke infrage stellt, ob der jüngste Aufwind an der Börse mehr als eine Bärenmarktrally ist. Aktuelle US-Daten aus der Bauwirtschaft fielen durchwachsen aus: Einem unerwarteten Anstieg bei den Genehmigungen im September stand ein überraschend deutlicher Rückgang bei den Baubeginnen gegenüber.

Auch Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar bezweifelt, dass der Aktienmarkt seinen Tiefpunkt bereits hinter sich hat. Die deutliche Mehrheit der US-Fondsmanager halte ihr Geld noch zurück, weil sie mit einem weiteren Kursverfall rechne, zitierte der Experte von Robomarkets aus einer Umfrage der Bank of America. "Sollten den Fondsmanagern die Kurse nun weiter davonlaufen, müssten sie wohl oder übel auf den Zug aufspringen, was die Aufwärtsbewegung noch beschleunigen dürfte."

Unterdessen traten weitere Unternehmenszahlen in den Vordergrund - allen voran vom Streamingriesen Netflix , dessen Aktien mit einem Kurssprung von 13 Prozent den Spitzenplatz im Nasdaq 100 eroberten. Netflix fand im dritten Quartal dank erfolgreicher Serien wie "Stranger Things" und "Dahmer: Monster" zum Nutzerwachstum zurück. Im Vierteljahr bis Ende September verbuchte das Unternehmen unter dem Strich 2,4 Millionen neue Bezahlabos, nachdem es zuvor unter dem steigenden Konkurrenzdruck gelitten hatte.

Der US-Schadenversicherer Travelers führte mit einem Kursplus von 4,4 Prozent die Gewinnerliste im Dow an. Er war trotz eines Gewinneinbruchs besser durch das von Hurrikans geprägte dritte Quartal gekommen als gedacht.

Zuversicht macht sich zudem in der amerikanischen Luftfahrtbranche breit. Die US-Fluggesellschaft United Airlines rechnet für das Schlussquartal dank anhaltend guter Geschäfte erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie mit einer höheren operativen Marge als 2019. Die Papiere der Airline stiegen um fünf Prozent.

Dass nicht alle Konzerne gut durch die Krise kommen, zeigte sich hingegen beim Haarpflege-Hersteller Olaplex . Der Konzern strich seine Prognose rigoros zusammen, woraufhin Analysten reihenweise ihre Kursziele senkten. Die Aktien verloren daraufhin über die Hälfte ihres Werts.

Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble wird vor allem wegen Gegenwinds bei den Wechselkursen, aber auch wegen höherer Kosten vorsichtiger beim zu erwartenden Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr. Im abgelaufenen Auftaktquartal hatte sich das Unternehmen aber besser als von Analysten erwartet geschlagen - die Papiere gewannen 0,9 Prozent.

(cash/Bloomberg/AWP/Reuters)